Im April 2024 war ich Teilnehmerin bei den Erlebnistagen der Traumfabrik Regensburg. Ich besuchte den Workshop „Lebendiges Sprechen für Alltag und Beruf“. Für eine anstehende Lesung aus meinem Buch „Ich muss dir was sagen“ wollte ich mir dort ein paar Impulse mitnehmen, wie ich die Lesung für die Zuhörer lebendiger gestalten konnte.

Nach einem ersten Durchgang fragte mich der Dozent: „Was willst Du erreichen?“ „Ich will die Leute NEUGIERIG machen“, sagte ich. „Ok, dann geh bitte in genau diese Haltung: Du willst die Leute NEUGIERIG machen. Verinnerliche Dir das. Und dann lies den Text noch einmal.“

Der Text war derselbe.

Die Wirkung eine andere.

Vielleicht kennst Du das:

Es gibt Situationen, in denen Du lebendig erzählst, klar sprichst, präsent bist.

Und andere, in denen gelingt Dir das überhaupt nicht.

Oft liegt das am Subtext.

Das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache stellt zum Begriff Subtext zwei Definitionen bereit:

  1. „einem Kunstwerk, besonders einer erzählenden Dichtung zugrundeliegender Text, Texthintergrund“
  2. „unterschwellig mitgeteilte Meinung, verborgene Botschaft; Nebenbedeutung, Unterton

Genau dieser Unterton wirkt.

Nicht nur in dem, was Du sagst.

Sondern in deiner Haltung.
In deiner Stimme.
In deinem Auftreten.

Ich habe das Wort Subtext zum ersten Mal in meiner Musicalgruppe kennengelernt. Meiner Regisseurin dort war es wichtig, uns möglichst viele Informationen zu unseren Rollen zu geben. Auch solche, die aus dem Text selbst nicht hervorgehen. In den Proben fragte sie dann immer wieder beispielsweise: „Wie stehst Du in Deiner Rolle zu dem, was gerade passiert? Wie findest Du das?“ oder auch „Wie stehst Du zu der Person, mit der Du gerade interagierst?“

Diese innere Haltung verändert, wie du dich bewegst.
Wie du sprichst.
Wie du wirkst.

Je nachdem, mit welchem Subtext Du in eine Situation gehst.

Wenn Du die Wirkung eines Subtextes selbst ausprobieren willst:

  • Lies jemandem einen Text vor und denke dabei: „Das interessiert den sowieso nicht.“

Und dann nimm denselben Text, lies ihn noch einmal vor und denke Dir dabei:

„Das ist eine großartige neue Information für meinen Zuhörer, die ich hier teile.“

Ich bin mir sicher, Du wirst einen Unterschied merken.

Bei meiner Lesung war es genauso:

Mit dem Subtext „Ich will euch neugierig machen“ wurde der Text lebendiger.
Greifbarer.
Präsenter.

Was bedeutet das für Deinen Alltag?

Wenn Du zum Beispiel als Verkäufer in eine Verhandlung gehst und Dir denkst „die anderen Produkte sind sowieso viel besser“ oder „eigentlich ist unser Produkt viel zu teuer“ – wird Dein Kunde das merken.

Wenn Du eine Präsentation hältst mit den Gedanken „das interessiert die eh nicht“ – wird genau das passieren.

Im Praxisalltag zeigt sich das sehr deutlich.

Ein Therapeut denkt:
„Der Patient macht seine Übungen sowieso nicht.“

Wie wird er sprechen?

Wie klar wird seine Anleitung sein?

Ein anderer geht mit dem Gedanken hinein:
„Ich kann hier etwas Entscheidendes vermitteln.“

Die Worte mögen ähnlich sein.
Die Wirkung ist es nicht.

Es lohnt sich also, vor (und auch in) einem Gespräch, für Dich wahrzunehmen, welcher Subtext gerade wirkt. Und dann zu prüfen:

Passt dieser innere Satz zu dem, was du erreichen willst?


Wenn du deine Gespräche bewusster führen willst – so, dass deine innere Haltung auch nach außen klar wird:

Informationen zu den Inhouse-Seminaren findest du hier.

Hast Du auch schon einmal erlebt, wie sich ein Subtext auf eine Gesprächssituation ausgewirkt hat?