Es ist wieder einmal soweit ….
Die Diskussion um das Wort „müssen“ ist in vollem Gange.
Dass manche Menschen das Wort „müssen“ in ihrem Sprachgebrauch häufig verwenden, dazu stehen sie.
Auch darüber, dass das Wort Druck macht, sich wenig förderlich auf die Motivation auswirkt und teilweise unangenehme Gefühle auslöst, sind sich die meisten einig.
So weit, so gut.
Danach gibt es oft 2 unterschiedliche Lösungsansätze:
Die eine Gruppe regt an, das Wort „müssen“ durch ein anderes Wort zu ersetzen.
Statt „ich muss“, heißt es dann
- „Ich möchte“
- „Ich kann“
- „Ich darf“ oder
- „Ich will“
Mit diesen Alternativen soll eine schrittweise Umgewöhnung oder Annäherung stattfinden.
Ich gehöre einer anderen Gruppe an.
Wenn ich beginne, bewusst auf meine Sprache zu achten, dann sollte das, was ich sage, für mich stimmig sein.
Ersetze ich ein Wort, das ich mir angewöhnt habe, durch ein anderes – und verwende dieses dann genauso unreflektiert -, verändert sich wenig.
Das Wort ist ein anderes.
Das Muster bleibt.
Wenn allerdings aus einem „ich muss morgens um 6 Uhr aufstehen“
(für mich als jemand, der gerne länger schläft, war das einer meiner vielen Sätze mit „ich muss“)
ein „ich möchte morgens um 6 Uhr aufstehen“ (nein, das MÖCHTE ich NICHT!),
oder ein „ich darf morgens um 6 Uhr aufstehen“ (wow, das ist ja mega, dass ich das darf! – Sarkasmus wieder aus…)
dann – bitte entschuldigt den Ausdruck – verarsche ich mich damit doch selbst.
Für mich ist die Lösung, die den Sachverhalt auf den Punkt bringt: „Ich stehe morgens um 6 Uhr auf.“
Ich habe gute Gründe, die dafür sprechen, es zu tun.
Auch wenn es mir nicht gefällt und es mir lieber wäre, länger liegen zu bleiben.
Ich tue es, weil ich es so entschieden habe.
Ganz egal, ob ich es muss, möchte, darf, kann oder will.
Im Praxisalltag zeigt sich ein ähnliches Muster.
Patienten sagen:
„Ich muss meine Übungen machen.“
Was steckt dahinter?
Pflichtgefühl?
Druck?
Widerstand?
Wenn Sprache nicht stimmig ist, entsteht innerer Abstand.
Zur Aufgabe. Zur Therapie.
Eine klare Formulierung verändert oft schon die Haltung:
„Ich mache meine Übungen.“
Das klingt unspektakulär.
Hat aber eine andere Wirkung.
Wie siehst Du das?
Zu welcher Gruppe gehörst Du?
Wenn du deine Sprache so einsetzen willst, dass sie zu dir passt – und auch im Gespräch mit Patienten klar wirkt:
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