schreibt mein Sohn mir auf WhatsApp. Er ist 18 Jahre alt und lebt bei seinem Vater, ca. 350 km entfernt von mir.

Seine letzte Nachricht ist fünf Tage her. Darin ging es um etwas ganz anderes.

Mein Sohn ist ein Wortsparer. Vor allem beim Schreiben ist er geizig mit den Wörtern, die er von sich gibt.

Kennst Du das?

Oder bist Du vielleicht selbst auch ein „Wortsparer“?

Ich mag es gerne, wenn jemand auf den Punkt kommt.

Direkt. Klar.

Diese zwei Wörter allerdings sind selbst für mich zu wenig.

Für mich als Gesprächspartner bleibt mindestens eine Frage offen:

Was hat er bestanden?

Derjenige, der so knapp formuliert, macht es seinem Gegenüber schwer.

Die fehlenden Informationen müssen ergänzt werden.

Darin liegt ein Risiko:
Wir füllen die Lücken.
Mit eigenen Erfahrungen.
Mit eigenen Bildern.
Mit dem, was für uns naheliegend ist.

Damit kann ich richtig liegen. Oder falsch.

Für den Sprecher ist alles klar.
Er kennt den Zusammenhang.
Er hat das vollständige Bild im Kopf.

Der Hörer hat dieses Bild nicht.

Was im Kopf des anderen gerade los ist, bleibt uns verborgen – solange er es nicht mitteilt.

Im Praxisalltag begegnet dir das ständig.

Patienten sagen:
„Es ist besser.“
Oder:
„Ich habe etwas gemacht.“

Was genau bedeutet das?

Was ist „besser“?
Was hat er oder sie gemacht?

Ohne Nachfrage bleibt vieles offen.

Wenn du willst, dass dein Gegenüber dir gut folgen kann, braucht er mehr als Stichworte.

Er braucht Kontext.

Gib die Informationen, die notwendig sind.
Von dir aus.

Das macht Gespräche leichter.
Und reduziert Missverständnisse.

Bei meinem Sohn hatte ich schon eine Idee, was er bestanden haben könnte. In der Schule wusste ich von keiner wichtigen Prüfung. Seit einiger Zeit besuchte er die Fahrschule.

Ich fragte nach und ja, das war es. Er hat seine Führerscheinprüfung bestanden.

Wenn Du zum Wortsparen neigst, lade ich Dich ein, etwas auszuprobieren.

Überleg Dir, welche Informationen für Deinen Gesprächspartner wichtig sind und gib ihm diese Informationen von Dir aus.

Gerade im Umgang mit Patienten spart das Zeit.
Nachfragen werden weniger.
Gespräche werden klarer.

Wenn du deine Gespräche so führen willst, dass weniger offen bleibt – und dein Gegenüber dich besser versteht:

Informationen zu den Inhouse-Seminaren findest du hier.