– und Grenzen im Praxisalltag verschwimmen

Ich bin in einer Physiotherapiepraxis aufgewachsen.

Damals noch im Reihenhaus.

Praxis und Zuhause waren kaum getrennt.

Die Patienten kamen durch dieselbe Tür wie Freunde oder Familie.
Teilweise haben sie bei uns in den Kochtopf geschaut und gefragt:

„Was gibt’s denn heute zum Mittagessen?“

Manchmal standen Patienten sogar an Heiligabend vor der Tür.

Mit Hexenschuss.
Mit Schmerzen.
Mit der Hoffnung, dass „der Chef“ vielleicht doch kurz helfen könnte.

Und mein Vater hat sie meistens behandelt.

Damals fand ich vieles davon normal.

Heute sehe ich darin etwas, das vielen therapeutischen Praxen noch immer begegnet:

Die Grenzen zwischen Mitgefühl, Verantwortung und Selbstfürsorge verschwimmen oft schneller, als man denkt.

Gerade therapeutische Berufe leben von Nähe.

Von Zuhören.
Von Begleitung.
Von ehrlichem Interesse am Menschen.

Das macht diese Arbeit so wertvoll.

Gleichzeitig entsteht daraus oft eine besondere emotionale Belastung.

Denn viele Therapeutinnen und Therapeuten tragen deutlich mehr mit sich herum, als nach außen sichtbar wird.

In Workshops höre ich immer wieder Sätze wie:

„Ich würde den Patienten eigentlich gerne noch behandeln.“
„Es tut mir leid, ihn wegzuschicken.“
„Ich denke nach Feierabend noch an manche Gespräche.“

Nicht, weil Therapeut:innen ihre Arbeit nicht beherrschen würden.

Sondern weil sie helfen wollen.

Erschöpfung beginnt oft an diesem Punkt.

Nicht durch einen einzelnen schwierigen Patienten.

Sondern durch die Summe vieler kleiner Situationen:

👉 noch schnell einen zusätzlichen Termin
👉 die Sorge um Patienten
👉 emotionale Gespräche
👉 schlechtes Gewissen beim Nein-Sagen
👉 ständiges Mitdenken auch nach Feierabend

Kommunikation wird deshalb im Praxisalltag immer wichtiger.

Nicht als Technik.

Sondern als Möglichkeit, Klarheit und Menschlichkeit miteinander zu verbinden.

Wie gelingt empathische Kommunikation ohne ständiges Mittragen?
Wie können Teams Grenzen setzen, ohne hart zu wirken?
Und wie bleibt therapeutische Arbeit langfristig gesund?

Genau mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in meinen Kommunikationstrainings und Inhouse-Seminaren für therapeutische Praxen im deutschsprachigen Raum.

Praxisnah.
Alltagsnah.
Und immer mit echten Situationen aus dem Berufsalltag.